Baustein 03

3. BILDUNG

Bildung ist ein Menschenrecht und keine Ware. Es geht uns um die geistige und moralische Entwicklung des Menschen und nicht um seine Verwertbarkeit für die Wirtschaft. Hinter den von PolitikerInnen aller im Stadtrat vertretenen, bürgerlichen Parteien propagierten Elitekonzeptionen steht hingegen nichts weiter als der Versuch, Bildung zum Geschäft zu machen und Menschen aus sogenannten bildungsfernen Schichten den Zugang zu höherer Bildung zu verwehren. Wir meinen, der Zugang zu Institutionen wie Schulen, Universitäten, Volkshochschulen oder Bibliotheken muss jedem Menschen offenstehen, unabhängig vom Geldbeutel.
Wir fordern Lernmittelfreiheit in allen Bildungseinrichtungen.
Bildungspolitik beginnt mit einem breiten und vergrößerten Angebot an Kinderbetreuungsstellen schon für unter Dreijährige durch gut ausgebildetes Fachpersonal und setzt sich fort mit einer Ganztagsschule, in der alle Kinder bis zum gewünschten Abschluss zusammen lernen und sich entwickeln können. Nur so kann auch Kindern aus einkommensschwachen Familien Chancengleichheit geboten werden. Für Bochum ist daher die Errichtung von Ganztagsgesamtschulen notwendig.
Banken, Konzerne und die Bundeswehr haben an den Schulen unserer Stadt nichts zu suchen. Eine vernünftige Finanzierung der Schulbildung ist eine öffentliche Aufgabe und darf nicht von der Gnade oder den Interessen von privaten Geldgebern abhängig gemacht werden. Außerdem ist die Schaffung weiterer privater Elite-Schulen zu unterbinden. Wir lehnen Werbung an Schulen daher ebenso ab wie das sogenannte „School-Sponsoring“. An die Stelle des wachsenden Einflusses der Privatwirtschaft auf Bildungsinhalte und schulisches Leben wollen wir eine konsequente Demokratisierung der Schulen und die Ausweitung der Mitbestimmungsrechte von SchülerInnen, Eltern und LehrerInnenschaft setzen. Gleiches gilt auch für die berufliche Bildung und Weiterbildung, statt Bildungsabbau sind Investitionen in berufliche Aus- und Weiterbildung vorzunehmen.
Auch an der Universität darf die Freiheit für Lehre und Forschung nicht durch die Einflussnahme von Großunternehmen verdrängt werden. Die Breite des Bildungsangebotes an der Ruhr-Universität muss erhalten bleiben; Fächer wie Musikwissenschaft sollen weiterhin an der RUB angeboten werden.
Unsoziale Experimente wie die sogenannte "Eliteuni" lehnen wir aufs Schärfste ab. Auch wenden wir uns gegen Studienkonten-, Studiengebühren etc., da damit Studierende, die für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen müssen, gegenüber Studierenden aus begüterten Elternhäusern massiv benachteiligt werden.